Was sind Negativzinsen und was müssen Kontoinhaber jetzt beachten?

Nov 30, 2020
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Sparer wissen aus den letzten Jahren sicherlich, dass sie keine Zinsen mehr auf ihrem Girokonto oder Sparbuch erwarten können. Dies hat den Grund, dass es für Banken immer schwieriger wird, aus Kontoeinlagen Renditen zu erwirtschaften, die sie anschließend an ihre Kunden weitergeben können.

Doch seit geraumer Zeit zahlen die meisten Banken nicht nur keine Zinsen mehr, viele berechnen sogar Negativzinsen auf Kontoeinlagen. Auch die Sparbuchzinsen liegen bei ca. 0 % und sind kurz davor negativ zu werden. Für Kontoinhaber und Sparer bedeutet dies, dass sie dafür bestraft werden, dass ihr Geld auf der Bank oder auf dem Sparbuch liegt.

Was Negativzinsen genau sind und was Sie als Kontoinhaber jetzt beachten müssen, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag. Außerdem geben wir Ihnen einige Tipps, wie Sie auch als Sparer Negativzinsen erfolgreich vermeiden und warum Sie sich vermutlich noch keine Sorgen machen müssen.

Was sind Negativzinsen, bzw. Strafzinsen?

Bis vor einigen Jahren schien das Prinzip klar und verständlich: Aus Geldeinlagen bei der Bank resultierten Zinsen. Diese waren zwar mal höher und mal niedriger, allerdings hat sich das Grundprinzip seit Jahrhunderten nicht geändert. Denn da man der Bank mit einer Einlage Geld leiht, konnte sie dies weiterinvestieren und damit Renditen erwirtschaften.

Dieses System hat sich allerdings in den letzten Jahren fundamental verändert. Der Hauptgrund dafür ist der negative Einlagezinssatz der EZB. Dabei handelt es sich um den Zinssatz, den Banken für Einlagen bei der Europäischen Zentralbank zahlen oder erhalten.

Wie Sie in unserer Grafik sehen, lag dieser im Jahr 2011 mit 0,75 % noch deutlich höher als heute. Banken erhielten also Zinsen, wenn sie die Gelder ihrer Sparer bei der EZB lagerten.

Heute ist dies nicht mehr der Fall. Da der aktuelle Einlagezinssatz bei - 0,50 % liegt, müssen Banken sogar Geld dafür bezahlen, wenn Sie es bei der EZB hinterlegen. Allerdings ist dies nicht das Einzige, was Banken mit den Geldern ihrer Kunden machen. Diese finden ihren Weg auch in Anleihen, Kredite und das Tagesgeschäft der Bank.

Diese Geschäfte werfen noch Erträge ab. Daher zielen auch Banken darauf ab, möglichst alle Kundengelder in diese Anlageformen zu investieren und sie eben nicht bei der EZB zu hinterlegen. Das sorgt dafür, dass mehr Geld in Kredite, Bundesanleihen und andere sichere Anlagen fließt und auch dort das Angebot erhöht.

Die Folge ist, dass Banken nahezu kein Geld mehr mit den Einlagen ihrer Kunden erzielen und dementsprechend keine Zinsen auszahlen können. Sogar die Zinsen für das einst lukrative Sparbuch liegen bei ca. 0 % und sind sogar kurz davor negativ zu werden.

Kontoinhaber werden also in gewisser Weise dafür bestraft, dass sie Geld zur Bank bringen. Daher werden Negativzinsen auch Strafzinsen oder Minuszinsen genannt.  

Welche Banken verlangen Negativzinsen?

Während Negativzinsen auf Sparbüchern noch nicht vorkommen, sind sie auf Girokonten schon gang und gebe. Viele Banken verlangen von Kontoinhabern Gebühren dafür, dass sie ihr Geld aufbewahren. Fällig werden Negativzinsen aber aktuell erst ab höheren Summen. Die meisten Menschen sollten also kein Problem damit haben.

Negativzinsen auf den Girokonten der Sparkasse, Volksbank und Co.

Einen gesamten Überblick aller Banken, die Negativzinsen auf Girokonten erheben, können wir Ihnen natürlich nicht geben. Das würde den Rahmen des Artikels sprengen und ist vermutlich auch gar nicht in Ihrem Interesse.

Allerdings geben wir Ihnen gerne einen Überblick über die Zinssituation der sechs beliebtesten Girokonten. Darunter sind beispielsweise die privaten Girokonten der Berliner Sparkasse und der Berliner Volksbank, aber auch die Girokonten der ING-DiBa und N26.

Inzwischen erheben sowohl einige Fintech-Banken als auch viele klassische Banken Negativzinsen. Ob Ihre Bank Negativzinsen verlangt, können Sie in Ihren Kontokonditionen nachlesen.

Wenn Sie kurz davor sind, sich für ein neues Girokonto zu entscheiden, sollten Sie im Preis-Leistungsverzeichnis der betreffenden Bank nachlesen, ob und ab welchem Einlagebetrag Negativzinsen erhoben werden.

N26

Sparkasse Berlin

Volksbank Berlin

ING-DiBa

comdirect

Commerzbank

Karte

Zinssatz

-0,50 %

-0,50 %

-0,50 %

-0,50 %

-0,50 %

-0,50 %

Schwelle

50k €

100k €

100k €

100k €

250k €

100k €

N26SparkasseVolksbankING DiBacomdirectCommerzbank

Negativzinsen vermeiden: So geht’s!

Wir wären nicht Monito, wenn wir hohe Gebühren oder schlechte Zinssituationen einfach so akzeptieren würden. Gerne helfen wir Ihnen dabei, Strafzinsen möglichst zu vermeiden.

Falls Sie Einlagen von weniger als 50.000 € haben, sollten Sie sich vermutlich keine großen Sorgen machen. Die meisten Banken fangen erst ab Summen über 50.000 € an, Strafzinsen auf Einlagen zu berechnen.

Falls es sich um eine größere Summe handelt, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Überprüfen Sie ob und ab wann Negativzinsen auf Ihrem Girokonto oder Tagesgeldkonto anfallen.
  • Überlegen Sie sich, ob Sie wirklich sehr hohe Geldbeträge auf einem Bankkonto lagern möchten. Durch die Inflation verliert Ihr Geld ohnehin an Wert – ganz unabhängig von dem aktuellen Einlagezins der EZB. Ein konservatives Investment in Indexfonds oder Anleihen bietet sich an, um Profit aus der aktuellen Zinssituation zu schlagen.
  • Achten Sie auf Änderungen in den Kontokonditionen Ihrer Bank. (Oft werden Negativzinsen unter dem Begriff „Verwahrentgelte“ durchgesetzt, ohne dass sich Kontoinhaber darüber im Klaren sind.)
  • Muss Ihr Geld wirklich liquide bleiben, sollten Sie es über mehrere Girokonten / Tagesgeldkonten diversifizieren. So müssen Sie auch bei hohen Ersparnissen keine Negativzinsen zahlen.
  • Denken Sie bitte nicht daran, große Summen in Bargeld zu lagern. Dies ist entweder unsicher oder kostet hohe Verwahrgebühren für Banktresore oder -Schließfächer.  

Sie sehen, grundsätzlich ist es nicht schwer, Negativzinsen zu vermeiden. Wir haben sogar den Eindruck, dass aktuell nur sehr wenige Menschen davon betroffen sind.

INFO: Auch wenn Sparer mit Negativzinsen einen Kapitalverlust erleiden, können sie diesen in Deutschland nicht steuerlich geltend machen. Denn laut des Bundesfinanzministeriums handelt es sich dabei weniger um einen Zins und mehr um eine Gebühr, die dementsprechend nicht abzugsfähig ist.

Wie verhalten sich die Zinsen in der näheren Zukunft?

Es ist davon auszugehen, dass die Einlagezinsen in der näheren Zukunft nicht über 0,00 % steigen werden. Negativzinsen sind also für die nächsten Jahre sehr wahrscheinlich. Wir rechnen damit, dass diese größere Auswirkungen auf den Mittelstand haben werden. Denn da Banken immer weniger Geld im Kreditgeschäft verdienen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Kundengelder in Staatsanleihen investieren oder bei der EZB einlagern müssen – mit der Folge, dass sie Geld für die Verwahrung bezahlen.

Es ist also damit zu rechnen, dass die Freibeträge für Negativzinsen weiter sinken und bald auch weniger vermögende Kontoinhaber damit zu tun haben.

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