Kartenzahlung: Versteckte Gebühren und Kosten vermeiden!

Apr 14, 2021
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Wie oft haben Sie in der letzten Woche mit einer EC-, Kredit- oder Debitkarte bezahlt? Statistisch gesehen, war in etwa jede zweite Zahlung eine Kartenzahlung. Viele Menschen haben dabei jedoch ein ungutes Gefühl und sind sich unsicher, welche Gebühren entstehen können.

Tatsächlich gibt es strenge gesetzliche Vorschriften für Gebühren bei Kartenzahlungen. Dennoch sind viele Gebühren erlaubt und fallen stark ins Gewicht, wenn man sich nicht darüber bewusst ist. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, auf welche Gebühren Sie bei Ihrer nächsten Kartenzahlung achten sollten und welche Sie aus rechtlichen Gründen ablehnen können. Viel Spaß! 💸

Sind Gebühren für Kartenzahlungen überhaupt erlaubt?

Viele Händler wissen nicht, dass es für angebotene Bezahlmöglichkeiten rechtliche Grundlagen gibt. Das führt immer wieder zu unbemerkten Verstößen. Seit dem Beschluss einer EU-Richtlinie aus 2018 gilt, dass Händler für gängige Zahlmittel keine Gebühren verlangen dürfen.

Dazu zählen neben SEPA-Überweisungen, Lastschriften und Bargeldzahlungen, auch Kartenzahlungen. Unabhängig von dem Transaktionsbetrag, darf Verbrauchern für die Zahlung mit einer Karte keine zusätzliche Gebühr berechnet werden. Das gilt sowohl offline im Restaurant oder Einzelhandel als auch bei Flugbuchungen oder anderen Transaktionen im Internet. Sollten doch Gebühren erhoben werden, können Verbraucher dies bei der Wettbewerbszentrale melden.

Es gibt in Deutschland allerdings keine Pflicht, Kartenzahlungen überhaupt zu akzeptieren. Ein Händler darf selbst festlegen, welche Karten er ab welchem Transaktionsbetrag akzeptiert.

📣Wussten Sie schon? Eine Pflicht, Barzahlungen zu akzeptieren, gibt es ebenfalls nicht. Gerade in der Corona-Zeit stoßen Sie also vermutlich regelmäßig auf Einzelhändler, bei denen Sie nur mit Karte bezahlen können.

Warum für Kartenzahlungen trotzdem Kosten anfallen können

Falls Sie denken, dass Zahlungen mit Ihrer Kredit-, Debit-, oder EC-Karte jetzt immer kostenfrei sind, müssen wir Sie enttäuschen. Denn Banken können Ihnen sehr wohl hohe Gebühren dafür berechnen – vollkommen legal und teilweise gänzlich unbemerkt.

Dabei gibt es verschiedene Gebührenfallen, die Sie in jedem Fall kennen sollten. Besonders hoch können die Gebühren für den Auslandseinsatz einer Debitkarte ausfallen. Allerdings berechnet ein bemerkenswerter Teil der Banken auch Gebühren für Zahlungen im Inland.

Sie müssen sich also in jedem Fall bei Ihrer Bank oder Ihrem Kartenanbieter erkundigen, wie hoch die anfallenden Gebühren genau sind. Denn diese können sich summieren und betragen nicht selten mehrere hundert Euro im Jahr.

Gebühren für die Kartenzahlung im Inland bei Sparkassen und Volksbanken

Sparkassen und Volksbanken sind besonders für intransparente Gebühren bei Kartenzahlungen im Inland bekannt. Allerdings betrifft dies in der Regel nur Zahlungen mit der Girocard (bzw. EC-Karte), die es zu eigentlich jedem Girokonto dazugibt.

Eine umfangreiche Recherche, des Vergleichsportals „biallo“ hat erst kürzlich ergeben, dass bei ca. einem Drittel aller regionalen Sparkassen und Volksbanken Gebühren für die Kartenzahlung erhoben werden. Oft werden diese dabei als „Buchungsgebühren“, „Gebühr pro Posten“ oder ähnlich deklariert – einen einheitlichen Begriff gibt es dafür leider nicht. Das macht es umso schwerer zu ermitteln, ob Banken bei der Kartenzahlung zur Kasse bitten oder ob diese kostenfrei sind.

Die Gebühren liegen dabei zwischen 0,02 € und 0,75 € pro Kartenzahlung – ganz unabhängig von der Höhe des Transaktionsbetrags. Wer Pech hat, zahlt für das 2,50 € teure Brot beim Bäcker also ganze 30 % mehr, ohne dies zu wissen.

Bei durchschnittlich ca. drei Kartenzahlungen Tag (mit Ausnahme des Sonntags), kommen im schlimmsten Fall also ca. 702 Euro an unbemerkten Gebühren zusammen! Verbraucherschützer warnen inzwischen sogar davor und kritisieren das Verhalten der Sparkassen und Volksbanken öffentlich.

Wie hoch sind die Gebühren bei meinem Konto?

Da Sparkassen und Volksbanken regional unterschiedliche Gebühren haben, können wir keine einheitliche Aussage treffen. Ob Gebühren für Kartenzahlungen bei Ihrem Konto anfallen, erfragen Sie am besten bei Ihrer Bank. Wirklich darauf verlassen können Sie sich erst, wenn Sie Ihren Kontoauszug eingesehen haben.

Wir haben stattdessen einmal die Gebühren von einigen bekannten Volksbanken und Sparkassen herausgesucht. Wichtig: Es hängt oft vom jeweiligen Kontomodell ab, ob Gebühren für die Kartenzahlung anfallen und wie hoch diese letztendlich sind. Wir haben uns auf das Kontomodell mit den höchsten Gebühren fokussiert.

📣Anmerkung am Rande: Wir finden es schade, dass die Sparkassen und Volksbanken überhaupt darauf angewiesen sind, auf eine so intransparente Art und Weise Gebühren zu erheben. Diese sind schließlich in der Regel gemeinnützige öffentlich-rechtliche Universalbanken, von denen man so etwas nicht erwarten würde.

Bank

Gebühren für Kartenzahlungen

Sparkasse Köln Bonn

0,30 Euro

Frankfurter Sparkasse

0,35 Euro

Hamburger Sparkasse

0,50 Euro

Stadtsparkasse München

0,31 Euro

Frankfurter Volksbank

0,08 Euro

Volksbank Köln Bonn

0,15 Euro

Volksbank Freiburg

0,49 Euro

Volksbank Kassel

0,50 Euro

Wie kann man Gebühren bei der Kartenzahlung vermeiden?

Wir haben ja bereits angemerkt, dass diese Kartengebühren hauptsächlich Girocard-Zahlungen bei Sparkassen und Volksbanken betreffen. Sie sind also in der Regel davor geschützt, wenn Sie mit Ihrer Mastercard- oder Visa-Debitkarte oder aber einer Kreditkarte bezahlen.

Faire Bankkonten bei zuverlässigen Direktbanken, wie der comdirect oder der ING-DiBa, verlangen in der Regel gar keine Gebühren für Kartenzahlungen. Dabei kommen diese sowohl mit einer Girocard als auch mit einer vollwertigen Debitkarte.

Es macht also grundsätzlich Sinn, das eigene Konto auf eventuell versteckte Gebühren zu überprüfen und bei Bedarf zu wechseln. Einige Beispiele finden Sie in unserem Vergleich der besten Konten ohne Kontoführungsgebühren oder sonstigen Gebühren für Kartenzahlungen oder andere alltägliche Aufwände.

Gebühren für Kartenzahlungen im Ausland fallen besonders ins Gewicht

Wenn Sie regelmäßig über Landesgrenzen pendeln, Familie im Ausland haben oder einfach gerne und häufig verreisen, wissen Sie sicherlich, dass Banken beim Auslandseinsatz besonders hohe Gebühren verlangen. Gesamtgebühren von bis zu 5 % bei Kartenzahlung oder Bargeldabhebungen im Ausland sind keine Seltenheit.

Bei einem Reisebudget von 5000 € bedeutet dies, dass bis zu 250 € an Gebühren anfallen können - in Einzelfällen sogar noch mehr! Dabei teilen sich die Gebühren hauptsächlich in zwei Positionen auf:

  • Entgelte für die Zahlung im Ausland
  • Unbemerkte Wechselkursaufschläge
  • Ggf. zusätzliche Buchungsgebühren (Volksbank- und Sparkassen-Kunden)

Die Entgelte für die Kartenzahlung im Ausland betragen bei normalen Banken einige Prozent des Transaktionsbetrags – Beispielweise 1,75 % (comdirect) und 2,50 % (Sparkasse Köln Bonn). Das ist sehr ärgerlich, allerdings oft noch zu verkraften.

Wirklich schmerzhaft werden die Gebühren erst bei den oft unbemerkten Wechselkursaufschlägen. Viele Banken erheben auf den aktuellen Mittelkurs nämlich eine zusätzliche Gebühr, die der Kunde dann bei jeder Transaktion bezahlen muss.

Diese Gebühren betragen nicht selten mehrere Prozent, sodass sie das eigentliche Zahlungsentgelt sogar verdoppeln können. Besonders ärgerlich für viele Kunden ist, dass sie über die Wechselkursaufschläge oftmals nicht informiert sind und so gar nicht realisieren, dass sie die Gebühren an ihre Bank bezahlen. Es gibt auch Extremfälle bei Transaktionen in Ländern mit exotischen Währungen, bei denen es zu Wechselkursaufschlägen im zweistelligen Prozentbereich kommen kann (Beispiel: Ca. 15 % Aufschlag auf den EUR-ISK-Wechselkurs bei der Aachener Sparkasse)

📣Wichtig zu wissen: Bei einigen Banken gibt es kostenpflichtige Kreditkarten oder Premium-Konten, die die Entgelte für Zahlungen im Ausland streichen. Allerdings gilt dies nur für die reinen Entgelte, die Wechselkursaufschläge müssen trotzdem bezahlt werden.

Einige Beispiele, wie hoch die Gebühren für den Auslandseinsatz bei der Aachener Sparkasse mit Zahlungen per Debitkarte sein können, haben wir für Sie visualisiert. Auch wenn Sie ein Kunde bei einer anderen Bank sein sollten, sollten Sie damit rechnen, dass auch Sie ggf. hohe Gebühren im Ausland bezahlen müssen.

Szenario

Transaktionsgebühren

Wechselkursgebühren

Gesamtgebühren

5000 Euro Urlaub auf Island

107,50 Euro (0,65% + 1,50%)

760,00 Euro (15,20%!)

876,50 Euro

1200 Euro Dienstreise nach Kenia

18,00 Euro (1,50%)

22,80 Euro (1,90%)

40,80 Euro

900 Euro Wochenendtrip in die VAE

13,50 Euro (1,50%)

11,70 Euro (1,13%)

25,20 Euro

1500 Euro Strandurlaub in Bulgarien

32,25 Euro (0,65% + 1,50%)

15,00 Euro (1,00%)

47,25 Euro

5000 Euro Erlebnisreise nach Indien

75,00 Euro (1,50%)

64,00 Euro (1,28%)

139 Euro

Hier geht’s zum aktuellen Devisenblatt der Aachener Sparkasse.

Kostenfreie Zahlungen im Ausland – So geht’s

Sie verreisen regelmäßig in Länder außerhalb der Eurozone? Dann sollten Sie sich unbedingt mit den Gebühren für Auslandszahlungen bei Ihrer Bank auseinandersetzen. Wahrscheinlich kommen Sie dabei zu dem Ergebnis, dass diese relativ hoch sind.

Eine kostenfreie Reisekreditkarte ist eine ideale Lösung, um Gebühren zuverlässig zu vermeiden und dabei einen garantiert fairen Wechselkurs zu bekommen. Das Beste dabei: Die meisten Neobanken bieten bedingungslos kostenfreie Reisekreditkarten, die auf Wunsch jederzeit gekündigt werden können. Diese lohnen sich oft sowohl im Inland als auch im Ausland und bieten nahezu immer bessere Konditionen als klassische Banken.

Wir haben unsere Favoriten für Sie in dieser Grafik miteinander verglichen:

Vivid

Revolut

N26

Wise

Geldeinzahlungen

SEPA-Überweisung

Banküberweisung, Aufladen per Debit-/Kreditkarte

Bar (DE, IT, AT), Banküberweisung

Banküberweisung, Aufladen per Debit-/Kreditkarte

Bankverbindung(en)

IBAN (Deutschland)

USA, Großbritannien (IBAN)

IBAN (Deutschland)

10 verschiedene

Verfügbare Plattformen

Mobile-App

Mobile-App & Internet

Mobile-App & Internet

Mobile-App & Internet

Kontoeröffnunsgebühr

0,00 €

0,00 €

0,00 €

0,00 €

Gebühr für die Ausstellung der Debitkarte

0,00 €

6,00 €

0,00 €

0,00 €

Zahlungskarten

Visa

Mastercard

Mastercard, Maestro

Mastercard

Abhebegebühren im Ausland

0,00 € bis 200 €/Monat

0,00 € bis 200,00 €/Monat - Anschließend 2 %

1,7 % (Basiskonto)

0,00 € bis 225,00 €/Monat - Anschließend 2 %

Gebühren für Auslandsüberweisungen

Nicht verfügbar

0,00 € (ab der 2ten monatlichen Überweisung 0,50€)

0,35 % - 2,00 %

ca. 0,35 % bis 2,00 %

Gebühren für Zahlungen im Ausland

0,00 €

0,00 € (bis 1000,00 € pro Monat - danach 0,50 %)

0,00 €

0,00 €

Karteineinsatz in Deutschland

0,00 €

0,00 €

0,00 €

0,00 €

Mehr über Vivid 🥇Mehr über RevolutMehr über N26Mehr über Wise

Gebühren für Kartenzahlungen – Unser Fazit

Sie wissen jetzt, dass die Nutzung Ihrer Debit- oder Kreditkarte hohe Gebühren mit sich bringen kann. Diese kommen allerdings nicht vom Händler, der Ihre Kartenzahlung annimmt, sondern oft direkt von Ihrer Bank.

Dabei werden die Gebühren besonders von gemeinnützigen Banken so stark verschleiert, dass sie selbst für die Monito-Experten nach intensiven Recherchen nicht immer verständlich sind. Wir finden, dass die Gesetzgeber auch dort aktiv werden sollten, um die Täuschung und Irreführung von unwissenden Verbrauchern zu verhindern.

Bis dahin liegt es in Ihrer Verantwortung, die Gebühren und Wechselkurse Ihrer Bank zu kennen und zu vergleichen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie faire Konditionen erhalten und nicht zum Opfer überhöhter Gebühren oder schlechter Wechselkurse werden.

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