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Flug überbucht: Welche Entschädigung steht Passagieren zu?

Jan Watermann

Autor

Mai 31, 2024
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Airlines verkaufen oftmals mehr Tickets als Sitzplätze in ihren Flugzeugen verfügbar sind. Das “Überbuchen” von Flügen ist gängige Praxis bei zahlreichen Airlines. Da zahlreiche Passagiere nicht zu ihren gebuchten Flügen erscheinen und ihr Ticket verfallen lassen, kann die Airline so mehr Geld einnehmen. Allerdings kommt es hin und wieder vor, dass Passagiere am Gate abgewiesen werden, da ihr Sitzplatz doppelt verkauft wurde. 

Welche Entschädigung Ihnen zusteht, wenn Ihnen aufgrund der Überbuchung das Boarding verweigert wird, erfahren Sie im Monito-Ratgeber. Außerdem erklären wir Ihnen, wie Sie die Wahrscheinlichkeit minimieren, dass Sie an Ihrem Abflughafen zurückbleiben müssen. 💸✈️

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Fakten zur Entschädigung bei überbuchten Flügen

  • Falls Ihnen aufgrund einer Überbuchung das Boarding verweigert wird, haben Sie einen Anspruch auf eine Entschädigung von 250 bis 600 Euro, abhängig von der Flugstrecke. 
  • Dies gilt für Flüge, die in der EU starten oder von einer EU-Airline durchgeführt werden. Andere Flüge unterliegen ggf. anderen Regelungen. 
  • Wenn Ihnen das Boarding verweigert wird, muss die Airline Ihnen entweder einen alternativen Flug oder eine vollständige Rückerstattung des Ticketpreises anbieten. Zusätzlich haben Sie Anspruch auf Verpflegung, Kommunikationsmöglichkeiten und gegebenenfalls eine Hotelunterbringung, wenn der Ersatzflug erst am nächsten Tag erfolgt.

Was passiert, wenn ein Flug überbucht ist?

Glücklicherweise kommt es selten vor, dass Passagieren aufgrund einer Überbuchung das Boarding verweigert wird. Airlines gehen bei überbuchten Flügen unterschiedlich vor. Falls möglich, wird das Kabinenpersonal am Gate versuchen, Passagiere in eine andere Klasse zu upgraden. Wenn bspw. die Economy Class überbucht ist, werden Upgrades in die Business Class angeboten. Allerdings ist dies nicht immer möglich. 

Falls es keine freien Plätze in einer anderen Klasse gibt, werden Freiwillige gesucht, die Ihren Sitzplatz abgeben. Dafür bieten Airlines in der Regel attraktive Entschädigungen, wie Reisegutscheine, Meilen oder Ähnliches an. Oftmals sind die Angebote so attraktiv, dass sich zahlreiche Freiwillige melden, die nicht termingebunden sind und auch mit einem späteren Flug reisen können. 

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Spielen Sie mit dem Gedanken, bei einer Überbuchung freiwillig auf Ihr Ticket zu verzichten? Sollten Sie sich dafür entscheiden, stehen Ihnen keine zusätzlichen Entschädigungen mehr zu. 

Falls sich keine Freiwilligen finden, muss einem oder mehreren Passagieren das Boarding verweigert werden. Diese werden dann auf den nächstmöglichen Flug umgebucht und erhalten ggf. die Möglichkeit, in einer höheren Kabinenklasse zu fliegen.

Welche Entschädigung steht Passagieren zu?

Wenn Ihnen aufgrund einer Überbuchung das Boarding verweigert wird, haben Sie Anspruch auf eine Entschädigung gemäß der EU-Verordnung 261/2004. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach der Flugstrecke:

  • 250 Euro für Flüge bis 1.500 Kilometer
  • 400 Euro für Flüge zwischen 1.500 und 3.500 Kilometern
  • 600 Euro für Flüge über 3.500 Kilometer

Zusätzlich zur finanziellen Entschädigung haben Passagiere das Recht auf Unterstützung. Dies umfasst Verpflegung und gegebenenfalls eine Hotelunterbringung inklusive Transfer, falls der Ersatzflug erst am nächsten Tag startet. 

Zudem müssen Passagiere die Wahl haben, entweder eine vollständige Rückerstattung des Ticketpreises zu erhalten oder auf einen alternativen Flug zum Zielort umgebucht zu werden. Die Airline ist verpflichtet, die Entschädigung in bar, per Überweisung oder Scheck zu zahlen, sofern keine anderen Vereinbarungen getroffen wurden. 

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Falls die Airline Ihnen keine Unterstützungsleistungen anbietet, können Sie die Kosten auslegen und im Nachhinein zurückfordern. Dafür ist es wichtig, dass Sie die Situation bestmöglich dokumentieren und sich für sämtliche Auslagen Rechnungen geben lassen.

Wenn Sie Ihr Endziel später als ursprünglich geplant erreichen, kann die Airline die Ausgleichszahlung um die Hälfte reduzieren. Dies ist möglich bei einer Verspätung am Endziel von:

  • maximal zwei Stunden auf Kurzstrecken (bis 1.500 km),
  • maximal drei Stunden auf Mittelstrecken (zwischen 1.500 und 3.500 km) sowie
  • maximal vier Stunden auf Langstrecken (mehr als 3.500 km).

Gilt die EU-Verordnung 261/2004 überhaupt?

Nicht jeder Flug unterliegt den EU-Verordnungen. Entscheidend für Ihre Rechte ist, ob der Flug innerhalb der EU startet oder von einer EU-Airline durchgeführt wird. Konkret bedeutet das:

  • Die Verordnung gilt für alle Flüge, die in der EU starten, unabhängig von der Airline.
  • Für Flüge, die außerhalb der EU starten und in der EU landen, gilt die Verordnung nur, wenn die Airline ihren Sitz in der EU hat.

Falls Ihr Flug nicht der EU-Verordnung unterliegt, haben Sie bei einer Überbuchung ggf. andere Rechte, die Sie prüfen sollten. 

Vom Vertrag zurücktreten

Wenn Ihnen aufgrund einer Überbuchung das Boarding verweigert wird, können Sie vom Beförderungsvertrag zurücktreten und eine vollständige Rückerstattung des Ticketpreises verlangen. Dies gilt unabhängig davon, ob der Flug Teil einer Pauschalreise oder einer Einzelflugbuchung ist. Entscheiden Sie sich für diesen Schritt, erlischt aber auch die Verpflichtung der Airline, Sie zu befördern, und Sie haben keinen Anspruch mehr auf Betreuungsleistungen wie Verpflegung oder Hotelunterbringung.

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Sie können sich außerdem dafür entscheiden, auf eigene Faust einen Ersatzflug zu buchen. Die dabei entstandenen Kosten, können Sie von der Airline zurückfordern.

Wahrscheinlichkeit eines verweigerten Boardings minimieren

Wer in den Urlaub fliegen will, ist oft voller Vorfreude. Da ist es besonders ärgerlich, wenn man aufgrund einer Überbuchung erst später abreisen kann. Glücklicherweise gibt es einige Tipps und Tricks, die Sie befolgen können, um die Wahrscheinlichkeit eines verweigerten Boardings zu minimieren. 

Airlines stellen oftmals erst am Check-in fest, ob einigen Passagieren das Boarding verweigert werden muss. Daher sollten Sie so früh wie möglich für Ihren Flug einchecken. Falls die Möglichkeit besteht, empfehlen wir auch einen Online-Check-in mit Sitzplatzreservierung. Sollte dies für Sie nicht möglich sein, sollten Sie trotzdem möglichst früh am Flughafen einchecken. Für Inlandsflüge oder Flüge innerhalb der EU öffnet der Check-in meist 2 Stunden vor Abflug und für internationale Flüge 3 Stunden vor Abflug. Dies kann jedoch von Airline zu Airline und je nach Abflughafen variieren. 

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