Auswandern in die Schweiz: Der Insider-Guide

Die Schweiz gilt seit Jahrzehnten als ein sehr beliebtes Auswanderungsziel für Deutsche. Die Natur hat daran einen nicht zu unterschätzenden Beitrag. Denn diese ist von malerischen Panoramen geprägt. Möchte man aus Deutschland in die Schweiz auswandern, gibt es einige Aspekte und Regeln die man beachten muss.

In unserem Insider-Guide erfahren Sie alles über das Auswandern in die Schweiz. Wir geben Ihnen einen Überblick darüber, was Sie vor, während und nach Ihres Umzuges beachten müssen. Außerdem erfahren Sie, wie Sie sich schnell einleben und schon bald viel Freude am Leben in der kleinen Bergnation haben werden.

Die Besonderheiten der Schweiz

Seit vielen Jahrzehnten ist die Schweiz ein beliebtes Auswanderungsland für Personen aus der ganzen Welt. Da ist es nicht überraschend, dass der Ausländeranteil in der Schweiz bei über 25 % liegt und so mehr als doppelt so hoch ist, wie in Deutschland. Die Schweiz ist also eine wahrhafte Auswanderernation, die als eines der lebenswertesten Länder weltweit gilt.

Laut den Vereinten Nationen ist die Schweiz nach Norwegen das Land mit der aktuell zweitbesten Lebensqualität der Welt. Besonders in den Bereichen Innovation, Pressefreiheit, wirtschaftlicher Erfolg, menschliche Entwicklung und Glücklichkeit zählt die Schweiz seit Jahren kontinuierlich zu den fortschrittlichsten Nationen der Welt.

Dazu kommen Faktoren, wie eine niedrige Arbeitslosenrate, eine hoch qualifizierte Erwerbsbevölkerung und einer der höchsten Durchschnittslöhne der Welt - alles zusammen macht die Schweiz zu einem sehr attraktiven Lebens- und Arbeitsort!

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  • Fakten zum Leben in der Schweiz

    • 🏛 Hauptstadt: Bern
    • 🏰 Größte Stadt: Zürich
    • 💵 Währung: Schweizer Franken (CHF)
    • 👨‍👩‍👧‍👦 Bevölkerung: 8.57 Millionen (2019)
    • 🗣 Sprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch, Bündnerromanisch
    • 📞 Vorwahl: +41
    • ⏰ Zeitzone: UTC +1 (Winter), UTC +2 (Sommer)
    • 📦 Hauptexportgüter: Gold, Pharmazeutika, Uhren

Teil 1: Vorbereitungen für Ihre Auswanderung in die Schweiz

Bevor Sie Ihren Haushalt in Ihr Auto packen und in Richtung Süden fahren, sollten Sie sich erstmal mit der Frage beschäftigen, ob Sie und Ihre Familie überhaupt problemlos in die Schweiz ziehen können.

Während dies für Personen aus Drittländern in der Regel nicht so einfach ist, haben Sie als deutscher oder österreichischer Staatsangehöriger sehr gute Karten. Denn obwohl die Schweiz nicht zur Europäischen Union gehört, hat sie im Jahr 1999 ein Freizügigkeitsabkommen (FZA) mit den Mitgliedsstaaten unterzeichnet, welches die Einwanderung deutlich erleichtert.

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Ihre Nationalität

Wenn Sie als deutscher Staatsbürger in die Schweiz auswandern möchten, ist dies einfacher als Sie vielleicht denken. Denn als Staatsangehöriger eines EU-Mitgliedstaats haben Sie grundsätzlich das Recht, sich in der Schweiz niederzulassen und dort zu arbeiten.

Eine kleine Ausnahme gibt es für kroatische Staatsangehörige. Diese müssen sich an die aktuell geltenden Übergangsbestimmungen des 2017 in Kraft getretenen Protokoll 3 des FZA halten. Dabei gelten Höchstzahlen für Aufenthaltsgenehmigungen und arbeitsrechtliche Limitierungen.

Für die EFTA-Länder Island, Liechtenstein und Norwegen gelten ebenfalls die erleichterten Migrationsmöglichkeiten des FZA.

Staatsangehörige von Ländern, die kein Freizügigkeitsabkommen mit der Schweiz unterzeichnet haben, müssen in der Regel einen Arbeitsvertrag mit einem schweizerischen Unternehmen vorweisen, um in die Schweiz ziehen zu können. Allerdings ist dies gar nicht so einfach, denn grundsätzlich müssen alle Unternehmen im Land Schweizer oder Staatsangehörige von EU / EFTA-Ländern bevorzugen, wenn Sie eine Stelle vergeben möchten.

Der Grund für Ihren Umzug

Auch als Deutscher oder Österreicher muss man für den Umzug in die Schweiz einen validen Grund vorweisen können. Dazu zählen beispielsweise:

  • Eine Arbeitsstelle in der Schweiz

Wenn Sie eine Arbeitsstelle in der Schweiz haben, können Sie ohne Probleme als EU- oder EFTA-Staatsangehöriger ihre Aufenthaltsbewilligung beantragen. Auch wenn Sie noch arbeitssuchend sind, haben Sie die Möglichkeit, eine Aufenthaltsbewilligung über 6 Monate und in besonderen Fällen 12 Monate zu beantragen. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass Ihnen damit keine Sozialhilfen zustehen.

  • Eine Gründung in der Schweiz

Sollten Sie ein Unternehmen in der Schweiz gründen wollen, können Sie als EU- oder EFTA- Staatsangehöriger auch damit eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Was Sie dabei genau beachten müssen, erfahren Sie hier.  - Mehr über Auslandsfirmen!

  • Eine Familienzusammenführung in der Schweiz

Als Ehepartner, eingetragener Lebenspartner oder Kind einer Person mit einer gültigen Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz, können Sie grundsätzlich nachziehen. Allerdings bestehen dazu einige Bedingungen, die Sie hier einsehen können.

  • Ein Studium in der Schweiz

Wenn Sie in der Schweiz studieren möchten, kann dies ebenfalls ein valider Grund für eine Aufenthaltsbewilligung sein. Die Voraussetzung ist allerdings, dass Sie von einer Universität zugelassen wurden – Das Suchen nach einem Studienplatz berechtigt alleine nicht zu einem längerfristigen Aufenthalt.


Teil 2: Wissenswertes für Ihren Umzug

Sobald Sie sich endgültig dazu entschieden haben, in die Schweiz zu ziehen, müssen Sie sich mit einer ganzen Reihe an administrativen Aufgaben auseinandersetzen. Dies ist vor dem Umzug in das Ausland immer ein wichtiges Thema – der Umzug in die Schweiz gilt allerdings als vergleichsweise kompliziert.

In den folgenden Zeilen erfahren sie alles, was Sie beachten müssen, bevor Sie sich in der Schweiz niederlassen können:

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Schweizer Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse  

Unabhängig davon, ob Sie aus einem EU-, EFTA-Land oder einem Drittland kommen, müssen Sie sich vor Ihrem Umzug in die Schweiz mit einigen bürokratischen Hürden auseinandersetzen. Denn für einen Aufenthalt über drei Monaten, müssen sich alle Ausländer eine sogenannte Aufenthaltsbewilligung holen.

Diese Bewilligungen werden von den Schweizer Kantonen und nicht von der Bundesregierung selbst ausgestellt. Diese entscheiden damit, wie viele Ausländer in ihrer Region leben und arbeiten dürfen. Die Bundesregierung ist dabei allerdings die letzte Instanz und hat die Möglichkeit, in die Entscheidungen der Kantone einzugreifen, um einen höheren oder geringeren Zuzug aus dem Ausland zuzulassen.

Falls Sie aus Deutschland oder Österreich kommen und eine Arbeitsstelle in der Schweiz haben, ist der Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung in der Regel problemlos. Grundsätzlich gilt, dass Sie sich als Ausländer immer innerhalb von 14 Tagen nach Ihrem Umzug in Ihrer Gemeinde anmelden müssen, um dort ihre Aufenthaltsbewilligung zu beantragen.

Studierende müssen sich im Voraus um ein Visum kümmern. Studentenvisa werden von den Schweizer Vertretungen allerdings nur im Ausland ausgestellt.

Hier erfahren Sie, welche Aufenthaltsbewilligung für Sie zutrifft:

    Ich habe…

    … einen Schweizer Arbeitsvertrag für drei bis zwölf Monate

    … einen Schweizer Arbeitsvertrag für mehr als Zwölf Monate

    … eine stabile Karriere als Selbstständiger

    … einen Job in der Schweiz und bin Grenzgänger

    … ein Job in der der Botschaft eines anderen Landes in der Schweiz

    … Zugang zu einer Schweizer Universität

    Ich benötige…

    Ausweis LAusweis BAusweis BAusweis GAusweis CiVisum

    Darüber hinaus können Sie als Staatsangehöriger eines EU-Landes problemlos eine Aufenthaltsbewilligung für Arbeitssuchende beantragen. Äußern Sie Ihre Pläne dafür einfach bei dem zuständigen Kanton.

    Wir empfehlen Ihnen nochmal die Übersicht auf der offiziellen Regierungsseite zu überprüfen, bevor Sie sich auf Ihren Weg in die Schweiz machen.

    Die erforderlichen Dokumente unterscheiden sich ein wenig von Kanton zu Kanton. Sie sollten also im Voraus einmal telefonisch Kontakt aufnehmen, um die genauen Anforderungen zu erfahren. In der Regel müssen Sie aber zum Beantragen der Aufenthaltsbewilligung folgendes vorzeigen:

    • Ein Scan eines gültigen Ausweisdokuments;
    • Wohnsitznachweis in der Schweiz;
    • Ein unterzeichneter Arbeitsvertrag oder die erforderlichen Unterlagen zur Selbständigkeit;
    • Ein ausgefülltes Ankunftsformular;
    • Ein oder mehrere Passfotos.
    • Insidertipp:

      Ähnlich wie in Deutschland oder Österreich, ist der Umgang mit Regierungsorganen in der Schweiz ebenfalls sehr analog. Sie sollten damit rechnen, sämtlichen Kontakt schriftlich oder persönlich abwickeln zu müssen. Falls Sie bereits in Estland, Lettland, Dänemark, Finnland oder in einem anderen Land gelebt haben, in dem die öffentlichen Dienste weitgehend digitalisiert sind, ist dies vermutlich sehr gewöhnungsbedürftig für Sie!

    Typische Hürden überwinden und erfolgreich in die Schweiz ziehen

    Wenn Sie in die Schweiz ziehen möchten, könnte es gut sein, dass Sie auf einige Hürden stoßen, die Sie erstmal rätseln lassen.

    Einerseits benötigen Sie bspw. eine permanente Adresse, um eine Aufenthaltsbewilligung zu beantragen. Dies ist allerdings oft problematisch, da Sie für das Mieten einer Wohnung nahezu immer eine Aufenthaltsbewilligung vorzeigen müssen. Das kann zu einer komplizierten Situation führen, in welcher Sie sich nicht sicher sind, wie Sie eine Aufenthaltsbewilligung oder eine permanente Wohnadresse erhalten.

    Es gibt allerdings einige Lösungsansätze: Falls Sie bereits Bekannte in der Schweiz haben, könnten Sie bei diesen einziehen, um einen vorrübergehenden Adressnachweis zu erhalten. Alternativ sind sicherlich viele Airbnb-Hosts oder Hotelinhaber dazu bereit, Ihnen einen Adressnachweis zu auszustellen, wenn Sie dort für längere Zeit leben.

    Die nötigen Formulare erhalten Sie direkt bei Ihrem Kanton. Nutzen Sie diese Website, um die jeweiligen Behördenadressen zu erfahren. Sobald das entsprechende Formular unterschrieben wurde, können Sie es als Adressnachweis einreichen.

    Das Bestätigen Ihrer Aufenthaltsgenehmigung sollte ca. zwei Wochen in Anspruch nehmen. Wie Sie genau weiter vorgehen und wann Sie Ihre Aufenthaltsbewilligung erhalten, erfahren Sie dann im Anschluss direkt bei Ihrem Kanton.

    Die nächsten Schritte

    Schritt 01
    Ein Bankkonto eröffnen

    Die Eröffnung eines lokalen Bankkontos ist notwendig, um Ihr Gehalt von einem Arbeitgeber in der Schweiz zu erhalten.

    In der Schweiz stehen Ihnen verschiedene Optionen für die Eröffnung eines Bankkontos zur Verfügung. Nationalbanken wie UBS, Credit Suisse, PostFinance und Raiffeisen bieten gute Konditionen an und punkten mit einer hohen Zugänglichkeit. Kantonalbanken wie die ZKB (Zürcher Kantonal Bank) oder die BCGE (Banque Cantonale de Genève) sind eine weitere Option, wenn Ihr Wohnort in dem Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Bank liegt.

    Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen Blick auf kleine, aber wachsende Neobanken in der Schweiz zu werfen. Diese Banken, zu denen auch Neon gehört, bieten extrem niedrige Gebühren, was sie zu einer großartigen Wahl für Auswanderer macht.

    Schritt 02
    Eine Krankenversicherung abschließen

    Sie müssen innerhalb von drei Monaten nach Ihrem Umzug in die Schweiz eine Krankenversicherung abschließen.

    Da die Schweiz über eines der besten Gesundheitssysteme in Europa verfügt, sind auch die Kosten für die Krankenversicherungen nicht niedrig. Sie können damit rechnen, mindestens 200 CHF pro Monat für Ihre Krankenversicherung zu bezahlen. Falls Ihnen Sonderleistungen oder geringe Zuzahlungen im Schadensfall wichtig sind, sind allerdings auch sehr viel höhere monatliche Prämien möglich.

    Anders als in Deutschland, bezahlt Ihr Arbeitgeber in der Regel keinen Anteil an Ihrer Krankenversicherung. Die Berechnung Ihrer monatlichen Beiträge kann auf Sie daher relativ kompliziert wirken. Hier finden Sie einen nützlichen Rechner, der Ihnen die aktuell günstigste Krankenversicherung für Ihre Bedingungen vorstellt.

    Letzter Schritt
    Zoll, Fahrzeugversicherung und Führerschein

    Wenn Sie Inhaber eines Fahrzeugs sind und dies langfristig in die Schweiz importieren, müssen Sie es vom Zoll abfertigen und registrieren lassen. Dabei gilt: Ist das Fahrzeug bereits über sechs Monate in Ihrem Besitz gilt es als Übersiedlungsgut und ist damit abgabenfrei.

    Innerhalb eines Jahres müssen Sie Ihr Fahrzeug außerdem in der Schweiz anmelden. Für Neuwagen liegt die Frist jedoch bei nur einem Monat. Besonders wichtig ist zudem, dass Sie Ihren Führerschein innerhalb eines Jahres umtauschen. Für EU-, EFTA-Staatsangehörige ist dies ein sehr unkomplizierter Prozess, bei dem Sie Ihren alten Führerschein zusammen mit einem augenärztlichen Attest gegen eine Gebühr von 20 Franken in einen Schweizer Führerschein umwandeln können.

    Als Staatsangehöriger eines Drittlandes müssen Sie entweder die praktische oder sowohl die praktische als auch theoretische Führerscheinprüfung erneut bestehen. Hier erfahren Sie alles über Führerscheine und Fahrzeuge in der Schweiz.


    Teil 3: Weitere Tipps für Ihren Umzug in die Schweiz

    Sobald Sie die administrativen Aufgaben rund um das Auswandern in die Schweiz verstanden haben, werden Sie vermutlich mit viel Freude umziehen. Denn das Leben ist in der Schweiz sehr bequem und von hohen Standards geprägt. Nicht umsonst gilt die kleine Bergnation als eines der lebenswertesten Länder der Welt.

    Falls Sie an einigen Tipps und Tricks interessiert sind, die das internationale Monito-Team bei unzähligen Umzügen in die Schweiz sammeln konnte, müssen Sie einfach nur weiterlesen. Wir haben insgesamt viel Erfahrung gesammelt und eigentlich zu allen Fragen eine Antwort.

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    Lebenshaltungskosten in der Schweiz

    Als Neuankömmling aus Deutschland oder Österreich werden Sie sicherlich als erstes die teuren Lebenshaltungskosten in der Schweiz bemerken. Kurz gesagt: Die Schweiz ist ein teures Land – ganz egal, wo Sie sich gerade aufhalten. Und obwohl die Löhne in der Schweiz den hohen Kosten entsprechen, ist das Leben auch für Einheimische eine teure Tortur.

    Laut der Vergleichsplattform Numbeo liegen sechs der sieben teuersten Städte weltweit in der Schweiz. Dabei handelt es sich um Zürich, Lugano, Basel, Genf, Lausanne und Bern.

    Wir haben die Lebenshaltungskosten der teuersten Stadt der Schweiz, Zürich, mit anderen Weltstädten verglichen. Die Daten wurden dabei am 12.10.2020 von Numbeo exportiert. Werfen Sie einen Blick darauf, um zu erfahren, wie teuer die Schweiz wirklich ist:

    London

    New York

    Berlin

    Tokio

    Zürich

    3-Gänge Menü für zwei (Mittelklasse Restaurant)

    CHF 71.87

    CHF 91.46

    CHF 43.34

    CHF 43.13

    CHF 100.00

    Monatliche Miete für eine Studio-Wohnung

    CHF 2,079.77

    CHF 3,122.59

    CHF 963.12

    CHF 1,087.79

    CHF 1,914.58

    Monatliche Ausgaben pro Person (ohne Miete)

    CHF 994.89

    CHF 1,177.85

    CHF 838.09

    CHF 1,094.63

    CHF 1,540.55

    Obwohl es in der Schweiz eigentlich keine Möglichkeiten gibt, hohe Preise wirklich nachhaltig zu vermeiden, werden Sie aufgrund der hohen Löhne vermutlich trotzdem über die Runden kommen können. Darüber hinaus gibt es viele Tricks, wie Sie unnötige Ausgaben reduzieren und so doch noch etwas sparen.

    Steuern in der Schweiz

    Die Steuersätze in der Schweiz sind grundsätzlich niedriger als in den meisten anderen europäischen Ländern. Dabei gibt es jedoch eine große Besonderheit: In der Schweiz fallen Einkommenssteuern auf drei Ebenen an. Neben der Bundessteuer gibt es kantonale Steuersätze und Gemeindesteuerfüße, die für die Gesamtbelastung entscheidend sind.

    Der Höchststeuersatz variiert also je nach Region. Während dieser in der aktuell günstigsten Gemeinde Baar im Kanton Zug bei 22,3 % liegt, werden in Genf ca. 46 % fällig. Sie können also sehr viel Steuern sparen, wenn Sie von einer hochbesteuerten in eine niedrigbesteuerte Gemeinde ziehen.

    Darüber hinaus greifen die Höchststeuersätze deutlich später als Deutsche oder Österreicher gewohnt sind. Der kantonale Höchststeuersatz in Zug fällt bspw. erst ab einem Gesamteinkommen von 140.600 Franke pro Jahr an, während der Höchststeuersatz auf Bundesebene sogar erst ab 755.200 Franke pro Jahr greift.

    Mit einem niedrigeren Einkommen würden Sie sehr deutlich unter der in Deutschland üblichen Steuerbelastung liegen. Um ein ungefähres Bild von Ihrer zukünftigen Steuerbelastung zu bekommen, sollten Sie sich einen Netto-Gehaltsrechner zu Ihrer Region genauer ansehen. Hier finden Sie bspw. den Rechner der ETH Zürich.

    Wohnungen und Häuser in der Schweiz

    Wohnraummangel ist auch in den Metropolregionen der Schweiz ein nicht zu unterschätzendes Problem. Eine preiswerte Wohnung zu finden kann in Zürich, Genf oder Basel zu einem unlösbaren Problem werden. Dort ist es nämlich nicht selten, dass erschwingliche Objekte von dutzenden weiteren Interessenten besucht werden und das Mieten einem Glücksspiel gleicht.

    Auch in kleinere Städte oder ländlicheren Regionen ist dies ein alltägliches Thema. Allerdings gibt es dort oft die Möglichkeit, geringfügig teurere Apartments mit einer geringeren Anzahl an Mietinteressenten zu besichtigen. Wir empfehlen Ihnen jedoch mindestens einen Monat für das Suchen einer Wohnung einzuplanen.

    • Insidertipp:

      Falls Sie aus Deutschland kommen, sind Sie sicherlich fünfstellige Postleitzahlen gewohnt. In der Schweiz haben alle Orte vierstellige Postleitzahlen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie ein Inserat in 8866 Ziegelbrücke ansehen – hier hat niemand die letzte Ziffer vergessen!

    Wichtig zu wissen ist auch, dass die meisten Mietobjekte über Immobilienagenturen verwaltet werden. Für Sie als Mieter birgt dies sowohl Vorteile als auch Nachteile. Einerseits können Sie sichergehen, dass Sie einer geringeren Gefahr von Betrug ausgesetzt sind. Andererseits sorgt die Immobilienagentur als Vermittler für höhere Gesamtpreise und komplexere bürokratische Hürden.

    Beliebte Webseiten für das Mieten von Immobilien sind Homegate, comparis.ch und ImmoScout24, die von allen Bevölkerungsschichten genutzt werden. Um Immobilienagenturen möglichst zu vermeiden, können Sie auch über Facebook oder andere soziale Netzwerke Wohnungen suchen. Dies ist besonders ratsam, wenn Sie nach einem Zimmer suchen und nicht direkt eine ganze Wohnung anmieten möchten.

    WG-Zimmer finden Sie unter anderem auf WGZimmer, tutti.ch und UMS.

    • Insidertipp:

      Beachten Sie unbedingt, dass neben der Miete für Ihre Wohnung oder Ihr Haus in der Schweiz auch zusätzliche Kosten anfallen. Das sind bspw. Möbel oder Nebenkosten, die gerade junge Mieter oft nicht in ihr Budget einkalkulieren. Zudem ist die Schweiz für hohe Kautionen bei Neuvermietungen bekannt. Es ist nicht unüblich, dass Sie 3 Monatsmieten als Kaution hinterlegen müssen. Dies fällt bei den hohen Mieten besonders ins Gewicht. Falls Sie die Summe einmal nicht direkt bezahlen können, lohnen sich Dienste, wie swisscaution oder firstcaution, die Ihnen einen unkomplizierten Kredit ermöglichen.

    Das Leben in der Schweiz: Die Besonderheiten

    Auch wenn Sie aus dem angrenzenden Deutschland oder Österreich kommen, wird Ihnen das Leben in der Schweiz sicherlich etwas seltsam vorkommen. Es gibt nämlich viele Dinge, die in der Schweiz ganz anders organisiert sind als in Ihrem Heimatland.

    Ein Beispiel ist die Welt der Online Shops. Statt eBay und Amazon sind Ricardo, Microspot und Galaxus beliebt. Im Bereich der Kleinanzeigen ist das Portal anibis.ch sehr bekannt. Sie überrascht es vielleicht auch, dass viele Schweizer einen Großteil Ihres Shoppings noch lokal durchführen und Onlinehändler erst in den letzten Jahren so richtig Fuß gefasst haben.

    • Insidertipp:

      Ähnlich, wie in Deutschland und Österreich, sind auch in der Schweiz die meisten Geschäfte am Sonntag geschlossen. Eine Ausnahme bilden Shops und Märkte in touristischen Gegenden, die eigentlich jeden Tag geöffnet sind.

    Das Bestellen von Lebensmitteln über das Internet ist in der Schweiz allerdings deutlich fortschrittlicher als in den meisten Nachbarländern. In urbanen Gegenden bieten LeShop.ch und Coop bereits für wenige Franken Lieferungen von Lebensmitteln an. Je nachdem, wie nah Sie an einem Supermarkt leben, kann es sich durchaus lohnen, Lebensmittel grundsätzlich über das Internet zu bestellen.

    Arbeitssuchende finden einen ähnlichen Trend bei Stellenausschreibungen vor. Diese sind eigentlich nur noch digital verfügbar. Die meisten Schweizer Arbeitgeber schreiben offene Stellen auf LinkedIn, Indeed und lokalen Stellenbörsen, wie neuvoo, jobs.ch und jobup.ch aus. Stellenausschreibungen von Startups finden Sie auf der kleineren Jobbörse investiere.ch.

    Öffentliche Verkehrsmittel

    Ein Großteil des öffentlichen Verkehrs findet in der Schweiz über die Schiene statt. Kein Wunder, denn die nationale Zuggesellschaft SBB ist europaweit für ihre Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bekannt. Nahezu alle Städte in der Schweiz sind sehr gut an das Bahnnetz angebunden und dementsprechend nur eine kurze Zugfahrt voneinander entfernt.

    Diese Pünktlichkeit und Verfügbarkeit lässt sich das Unternehmen allerdings auch gut bezahlen. So kostet ein Ticket für eine Hin- und Rückfahrt von Zürich nach Bern ca. 50 CHF in der zweiten Klasse. Die etwas weitere Strecke nach Genf kostet ca. 90 CHF in der zweiten Klasse. Falls Sie regelmäßig mit dem Zug fahren, summieren sich diese Ausgaben sehr schnell.

    Für Vielfahrer gibt es allerdings verschiedene Rabattmodelle. Das Halbtax ist mit der Bahncard 50 in Deutschland zu vergleichen und bereits für 185 CHF, bzw. 120 CHF (für Personen unter 25 Jahren) pro Jahr verfügbar. Damit erhalten Sie auf alle Zugtickets einen Rabatt von 50 %.

    • Insidertipp:

      Verwenden Sie die Easyride-Funktion in der App der SBB oder nutzen Sie einfach die App FairTiq, um das aktuell wirtschaftlichste Ticket für Ihre Strecke zu berechnen! So erfahren Sie immer die günstigste Route für Ihre geplante Strecke.

    Falls Sie den Zug täglich nutzen, bietet sich das Generalabonnement der SBB an. Dies ist für 3860 CHF pro Jahr verfügbar und bietet kostenfreien Zugriff auf alle Zugverbindungen im Land. Damit ähnelt es der Bahncard 100, die in Deutschland umgerechnet sogar 4000 Franken kostet. Kinder, Senioren und Menschen mit Behinderungen erhalten nochmal einen deutlich günstigeren Tarif. Wir empfehlen das Generalabonnement unbedingt im Voraus zu bezahlen, da Sie so im Vergleich zu einer Ratenzahlung ca. 200 CHF pro Jahr sparen!

    Die Schweiz: Ein mehrsprachiges Land

    Die Schweiz ist eines der wenigen Ländern mit vier Amtssprachen. Dazu zählen Deutsch, Französisch, Italienisch und Bündnerromanisch.

    Während die ersten drei Sprachen in vielen Teilen des Landes gesprochen werden, wird Bündnerromanisch hauptsächlich in Graubünden, dem östlichsten Kanton der Schweiz, gesprochen.

    Als deutschsprachige Person werden Sie in der Schweiz vielleicht feststellen, dass Sie nicht überall verstanden werden. Im Westen und Süden der Schweiz wird Deutsch bspw. kaum gesprochen. Wenn Sie dort leben möchten, sind Französisch-, bzw. Italienischkenntnisse sehr nützlich. Falls Sie arbeitssuchend sind, werden Sie auch bemerken, dass für viele Stellen Französisch- oder Italienischkenntnisse, mindestens aber eine weitere Fremdsprache erforderlich sind.

    Englisch wird nahezu überall im Land gesprochen und verstanden.


    Teil 4: Das Fazit

    Das Auswandern in die Schweiz kann für Sie aus vielen Gründen herausfordernd sein. Obwohl Sie als EU-, bzw. EFTA-Staatsangehöriger vergleichsweise einfach in die Schweiz ziehen können, stehen Sie vermutlich trotzdem vor vielen administrativen und kulturellen Hürden.

    Unserer Meinung nach ist das Leben in der Schweiz dies jedoch absolut wert. Wir finden, dass hohe Löhne, gute öffentliche Systeme, eine schmackhafte Küche und natürlich die einzigartige Landschaft nur einige der vielen Aspekte sind, die die Schweiz zu dem machen, was sie ist: Ein absolut lebenswertes Land im Herzen Europas.

    Wir hoffen, dass wir Ihnen in diesem Artikel weiterhelfen konnten und wünschen Ihnen alles Gute!

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